M+V-Technik

Energieautarke Kläranlage für Bamberg

Neues BHKW ermöglicht Unabhängigkeit -  ein Betrieb ist ohne Strombezug aus dem öffentlichen Netz möglich.

Es musste dringend etwas getan werden. Der Betrieb der alten Module ließ keinen Spielraum für eine bedarfsgerechte und energieoptimierte Fahrweise zu. Weiterhin erforderten gesetzliche Verschärfungen hinsichtlich der Abgasemissionen eine Erneuerung der Anlage.

In einer Studie wurde der Bedarf aufgezeigt sowie die unter ökonomischen und betrieblichen Gesichtspunkten günstigste Umbauvariante ermittelt. Für die Neuanlage wurde die komplette Genehmigungsplanung (wesentliche Änderung) nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) durchgeführt.

Der Umbau umfasste die Errichtung zweier neuer BHKW-Module. Außerdem zur Minimierung der Umschalt- und Ausfallzeiten die komplette Wärmeverteilung in einem neuen Gebäude.
Neu ausgelegt und installiert wurden u.a. folgende Komponenten:

  • Wärmetauscher
  • Faulgasdruckerhöhung
  • Regelstrecken
  • Schalldämpfer
  • Schallkabinen
  • Tanks
  • Armaturen
  • Messtechnik 
  • Zu- und Abführung der ein- und ausgehenden Medien
  • sowie deren Einbindung.

Die zu den einzelnen Modulen zugehörigen elektrischen Schaltanlagen (Modul- und übergeordnete Steuerung) wurden ebenfalls komplett erneuert. Gleiches galt für die Kabel und Kabelbahnen. Zur Automatisierung und zentralen Überwachung erfolgte die Anbindung an das vorhandene Prozessleitsystem der Kläranlage.

Die als Redundanz zur Wärmeerzeugung dienende Heizungsanlage sollte weiterhin mit Öl betrieben werden. Errichtet wurde ein neuer Heizkessel mit Brenner sowie ein neues Öllager.

Der vom Betrieb der Altanlage separate Umbau ermöglichte eine unterbrechungsfreie Montage bei minimierten Umschlusszeiten.

Auftraggeber:

Entsorgungs- und Baubetrieb Bamberg

Projektrealisation:

2008 - 2011

Leistungsphasen:

LP 1 - 9

Leistungsumfang:

Studie, Entwurfs-, Ausführungsplanung, Bauleitung, Abnahme
Technische Ausrüstung

Technische Information:

Erneuerung BHKW

  • 2 BHKW-Module à 703 kWel / 703 kWth mit kompletter Peripherie (Not- und Gemischkühlung, Gasregelstrecke, Kamin)
  • separate Wärmetauscher
  • Klärgasreinigung (Kühlung, Erwärmung, Aktivkohlereinigung)
  • Schallkabine, Ölversorgung, Zu- und Abluftsystem mit Umluftsteuerung

Erneuerung Heizkesselanlage

  • 1 Heizkessel als Redundanz zum BHKW (700 kWth)
  • Heizöl-Tankanlage mit Befüllstation
  • Integration in bestehende Heizungsverteilung

Ein BHKW-Modul wird dauerhaft betrieben, ein Modul steht redundant bei Ausfällen oder Wartungen zur Verfügung. Das Klärgas wird vom Gasvorratsbehälter über Gasleitungen und Gasdruckerhöhungsgebläse bis zu den BHKW-Modulen transportiert. Vor Eintritt in den Verbrennungsmotor wird das Klärgas mittels einer Gastrocknungsanlage entfeuchtet und in der nachgeschalteten Gasreinigung von motorschädigenden Stoffen (z. B. Siloxane) gereinigt. Das Gas-Luft-Gemisch wird im Abgas-Turbolader verdichtet, im zweistufigen Gemischkühler gekühlt und in dieser verdichteten Form effizient im Motorraum verbrannt. Die Abgase werden über einen Katalysator gereinigt und in die Umgebung abgegeben.

Die Anlage erlaubt eine Fahrweise nach Klärgasbehälter-Füllstand, stromorientiert oder wärmeorientiert. Dies ermöglicht eine flexible Fahrweise im komplizierten Zusammenspiel der Wärmeverbraucher und des Strombedarfs der Kläranlage sowie der Vermeidung von Lastspitzen beim Strom-Fremdbezug.
Die weitgehende Automatisierung ermöglicht es, die Anlage ohne ausschließlich für die Anlage abgestelltes Personal zu betreiben.



Götz von Wuthenau

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Götz von Wuthenau
Dipl.-Ing.
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